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Kloster Katholiko – Asketen und Mystik in wilder Natur

Kloster Katholiko - Asketen und Mystik in wilder Natur
Das Katholikon des Klosters mit seinen eindrucksvollen architektonischen Details der Renaissance ist in den Fels gehauen.
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Gleich zu Beginn: das Kloster Katholiko ist nur zu Fuß zu erreichen. Oder, wie die Piraten damals, von der See aus. Das Fahrzeug parkt man auf dem Parkplatz des Klosters Gouverneto. Anschließend läuft man durch den Klostergarten und öffnet am anderen Ende das Tor im Zaun. Hier beginnt der Abstieg zum Kloster Katholiko. Höhenunterschied: 400 m auf einem gut gepflasterten, teilweise steilen Weg. Reine Laufzeit: ca. 60 – 70 Minuten hin & zurück.

Das Kloster Katholiko auf der Halbinsel Akrotiri

Halbinsel Akrotiri, Naturschutzgebiet Avlaki Schlucht. In der wilden und herrlichen Schlucht Avlaki liegt das Kloster des Osios Ioannis o Erimitis versteckt. Das wahrscheinlich älteste Kloster von Kreta, gegründet im 6. oder 7. Jahrhundert ist heute weitläufig bekannt als Kloster Katholiko.

Das Katholikon des Klosters mit seinen eindrucksvollen architektonischen Details der Renaissance ist in den Fels gehauen. Es liegt unweit der Höhle, wo ein Asket namens Ioannis der Eremit (Einsiedler) am Anfang des 16. Jahrhunderts lebte.

 

Osios Ioannis der Eremit

Kloster Katholiko – Asketen und Mystik in wilder Natur

Die Höhle und Grabstätte des Heilgen Ioannis der Eremit

Das traurige Ende des Asketen Ioannis der Eremit: Er lebte ausschließlich von Kräutern und den Früchten der Johannisbrotbäume. Dies führte zu einer sehr schwachen körperlichen Verfassung und er war gezwungen, sich auf allen vieren zu bewegen. Eines Nachts verwechselte ein Hirt seine gebeugte Gestalt mit einer Wildziege und verwundete ihn tödlich mit einem Pfeil. Seine Grabstätte befindet sich am Eingang seiner Höhle kurz vor dem Kloster Katholiko. Schon kurz nach seinem Tod wurde dieser Ort zu einer Pilgerstätte für die Einwohner von Kydonia (Chania).

Kloster Katholiko – Asketen und Mystik in wilder Natur

Die imposante und wuchtige Brücke, die die Schlucht überspannt, verbindet das Kloster Katholiko mit dem Hang auf der anderen Seite der Schlucht.

Ioannis der Eremit oder Ioannis der Fremde und Eremit?

Es gibt zwei Asketen, die aufgrund der Ähnlichkeit ihrer Namen oft verwechselt werden. Sie lebten jedoch in unterschiedlichen Jahrhunderten.

Während der Recherche über das Kloster Katholiko stieß ich immer wieder auf zwei unterschiedliche Namen für den gleichen Einsiedler: Ioannis der Eremit und Ioannis der Fremde und Eremit. An dieser Stelle möchte ich die Aussage des Vorsitzenden der archäologischen Behörde von Chania, Michalis Andreanakis, wiedergeben:

a) Anfang des 16. Jahrhunderts lebte hier (im Kloster Katholiko) ein Asket namens Ioannis der Eremit. Er darf nicht mit den Ioannis der Fremde (Xenos) und Eremit aus dem 11. Jahrhundert verwechselt werden, der in der Höhle Marathokefala bei Kolymbari lebte.

b) Die Klöster Gouverneto und Katholiko wurden ungefähr zur gleichen Zeit errichtet.

Die imposante und wuchtige Brücke, die die Schlucht überspannt, verbindet das Kloster Katholiko mit dem Hang auf der anderen Seite der Schlucht.

In diesen Klosterzellen sollen in frühen christlichen Jahren Anchoreten (Begriff für Menschen, die sich von der Gesellschaft zurückziehen) gelebt haben.

In der Umgebung

Die imposante und wuchtige Brücke, die die Schlucht überspannt, verbindet das Kloster Katholiko mit dem Hang auf der anderen Seite der Schlucht. Hier über der Avlaki Schlucht kann man die in Berg und Stein gehauenen Höhlen sehen, die als Klosterzellen dienten. In diesen sollen in frühen christlichen Jahren Anchoreten (Begriff für Menschen, die sich von der Gesellschaft zurückziehen) gelebt haben.

Unter der Brücke verläuft die Avlaki Schlucht und ein Fußpfad Richtung Meer ist deutlich zu erkennen. Man erreicht von hier aus nach ca. 20 Minuten eine kleine felsige Bucht, wo auch die Ruinen eines Hafens aus antiken Zeiten zu sehen sind.

Das Kloster Katholiko wurde verlassen, als die meisten Mönche starben. Andere Version: Die Mönche sind aufgrund der zahlreichen Invasionen von Piraten vom Meer weggezogen und erbauten das Kloster Kyria ton Angelon (Lady of Angels), das heutige Kloster Gouverneto, am obigen Einstieg in die Schlucht.

Kloster Katholiko – Nützliche Informationen

Benötigt werden: geeignetes Schuhwerk. Wanderschuhe wären ideal, gute Turnschuhe sind auch ok. Kopfbedeckung (der Weg ist schattenlos), Trinkwasser. Taschenlampe (für die Höhlen) und eine Begleitperson. Es gibt keinen Handyempfang in der Schlucht. Die Wanderung nur bei trockenem Wetter unternehmen.

Es gilt einen Höhenunterschied von ca. 400 m zu bewältigen. Der Weg ist mit Steinen oder Steinplatten belegt, das letzte Stück geht recht steil in Serpentinen hinab.

Unterwegs zum Kloster liegt nach dem ersten Viertel des Weges zur rechten Hand die Bärenhöhle mit einem Stalagmiten in Bärenform.

Öffnungszeiten Bärenhöhle und Kloster Katholiko: bei Tageslicht