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Heilige auf Kreta: Der Heilige Joseph Gerontogiannis im Kloster Kapsa

Der Heilige Joseph Gerontogiannis im Kloster Kapsa
Einblick in die Asketen-Höhle des Heiligen Joseph. Im Vordergrund ein kleiner "Altar" für die Gläubigen.
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Ort der Einsiedelei des Asketen Joseph Gerontogiannis

Die Besucher des südöstlichen Kretas wird schon von weitem die eindrucksvolle Klosteranlage „Timou Prodromou Kapsa“ inmitten einer grau-rötlichen Felswand genistet sehen. Das Kloster wurde im 13. oder 14. Jhd. n.Chr. erbaut und war der Ort der Einsiedelei des Asketen Joseph Gerontogiannis. Sein wirklicher Name war Ioannis Vintsentzos.

Der Heilige Joseph Gerontogiannis wurde im 1799 im Dorf Lithines an der Südküste Lassithis geboren, und zwar genauer gesagt während eines Besuches seiner Eltern Emmauel und Sambia Vintsentzos in der Kapelle in Kapsa zur Gelegenheit einer Feier zu Ehren des Johannes des Täufers. Das Kind wurde ein paar Jahre später in der gleichen Kapelle getauft und erhielt den Namen Ioannis.

Seine Jugend

Ioannis war ein scharfsinniger und kluger Mann. Da während der türkischen Besatzung kein griechischer Schulunterricht gestattet war, wurde er von Geistlichen erzogen. Darüber hinaus hatte er ein umfangreiches Wissen über die orthodoxe Kirche und fungierte bald als Assistent und Teilnehmer in Debatten über kirchliche Fragen. Zur gleichen Zeit arbeitete er auf den väterlichen Feldern und hütete die Schafherden der Familie.

Ehegatte und Vater

Im Erwachsenenalter heiratete er ein frommes junges Mädchen aus seinem Dorf. Die junge Frau war im Mädchenalter so schön, daß sie die Aufmerksamkeit der Türken auf sich zog. Um ihre Tochter vor den Türken zu schützen, versteckten sie das Mädchen in den abgelegenen Höhlen des südlichen Kretas solange, bis sie schließlich einen Mann fanden, der in der Lage war, sie zu beschützen. Dieser Mann war Ioannis Vintsentzos. Ihre Ehe wurde im Kloster des Heiligen Johannes der Täufers, das damals in Trümmern lag, vollzogen.

Der Name Gerontogiannis oder Gerontakis wurde ihm von der Familie seiner Frau zu zugeschrieben. Ioannis und seine Frau lebten glücklich in dem Dorf Lithines und beide widmeten sich der Erziehung ihrer Kinder. Ioannis genoss den Respekt seiner Mitmenschen wegen seiner Gastfreundschaft, Großzügigkeit und Philanthropie.

Während der Feier zu Ehren des Heiligen. Im Vordergrund links der silberne Behälter mit den Reliquien des Heiligen.

Während der Feier zu Ehren des Heiligen. Im Vordergrund links der silberne Behälter mit den Reliquien des Heiligen.

Seine Vision

Am Karfreitag in der Nacht vom 4.auf den 5. April 1841 fiel Ioannis in einen tiefen Schlaf und alle Bemühungen, ihn zu wecken schlugen fehl. 43 Stunden später wachte Ioannis mit seiner Familie und einer Reihe von Freunden an seinem Bett wieder auf und berichtete ihnen von den Ereignissen seines Schlafes. Er sei in den Himmel aufgenommen worden, wo er wunderbare Dinge sah und hörte, die nicht in Worte gefasst werden konnten. Später sprach Ioannis über seine Erfahrungen mit dem Bischof von Ierapetra und mit dem lokalen Kommandanten.

Sein Leben als Asket

Seine Vision sah er als ein Zeichen Gottes, und so entschied sich Ioannis, seine Familie und das Dorf zu verlassen und sich ganz Gott zu widmen. Als Ort wählte er seine Geburtsstätte der Kapelle Kapsa aus. Er wurde als Mönch ordiniert und sein neuer Name war Joseph. Er praktiziert Abstinenz und Buße. Zur gleichen Zeit, renovierte er zwei Zellen des örtlichen Klosters um Besucher unterzubringen, während er in einer Höhle über dem Kloster an einem steilen Hang in der Schlucht von Pervolakia lebte. Er lebte dort 17 Jahre lang.

Während dieser Zeit wurde er zum Ratgeber für Mönche und einfache Gläubige, aber fand auch Zeit für die komplette Sanierung des Klosters. Aufgrund seiner Berühmtheit und sein tugendhaftes Leben erhielt er eine Einladung vom Leiter des Klosters Agia Sophia bei Armenous, die durch die wiederholten Angriffe der Türken fast in Ruinen lag. Josephs kümmerte sich um den Wiederaufbau der Klosteranlage, welcher 5 Jahre (1866-1870) dauerte. Im Jahre 1870, kehrte er in seine Einsiedelei zurück, wo er vier Jahre später, am 6. August 1874, im Alter von 75 Jahren verstarb.

Seine Reliquien zusammen mit dem Schädel

liegen in einem silbernen Gefäß in der Kirche aufbewahrt.

Jedes Jahr am 6. August findet im Kloster Kapsa eine kirchliche Feier zu Ehren des Heiligen Joseph Gerontogiannis statt, an der zahlreiche Gläubige aus dem ganzen Bereich von Sitia bis Ierapetra teilnehmen, welche teilweise sogar zu Fuß zu dem für sie heiligen Ort wandern.