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Autotour im westlichen Kreta: Polirinia und Falasarna

Autotour: Dorf und antikes Polirinia, die Strände und das antike Falasarna
Nach der letzten Bucht führt ein Holperweg zum antiken Falasarna. Unterwegs dorthin auf der linken Seite ein antiker Rednerpult.
Ganztags – Tour (mit  Badeaufenthalt)

Kilometer: von / bis Chania ca. 120km

Sehenswertes unterwegs:

  • Dorf und antike Stätte Polirinia
  • Antike Stätte Falasarna
  • Strände Falasarna

Hinweis: von den Stränden Falasarna bis zur antiken Stätte Falasarna geht es für ca. 1km über nicht asphaltierten Weg, der aber gut zu befahren ist.

Gesamtdauer der Tour: gemütliche 7 Std. (Aufenthalt in Polirinia mit Wanderung zur Akropolis und mit Erfrischungspause 1,5 Std., antikes Falasarna 0,5 Std., Badeaufenthalt ca. 2 Std., plus Fahrzeit für insgesamt ca. 120 km)

Hier die Landkarte ausdrucken

Frappé und Sesamkringel dürfen nicht fehlen …

Es ist Samstag. Wochenende! Der Herbst steht vor der Tür, hie und da schiebt sich eine Wolke vor die Sonne, die Atmosphäre ist Dank des Meltemi Windes wunderbar klar. Die Kühltasche ist in 5 Minuten vorbereitet, die Batterie der Kamera geladen, Badesachen, Sonnenhut und Turnschuhe eingepackt, schon unterwegs versorgen wir uns noch mit Wasser, eisgekühltem Kaffee Frappé und Sesamkringeln.

Unsere Tour soll nach Westen zur Kleinstadt Kissamos gehen, von hier landeinwärts zu dem Dorf und der gleichnamigen antiken Stätte Polirinia, und zum Schluß zu unserer Badebucht in Falasarna.

Ancient Polyrinia 7 km

„Ancient Polyrinia 7 km“ Die ca. 40 km der Panorama-Nationalstraße von Chania bis nach Kissamos verlaufen größtenteils der Küste entlang.

Dort angekommen, werweist noch vor der Stadtmitte ein Schild am linken Straßenrand nach Süden: „Ancient Polyrinia 7 km“. Eine recht schmale und teilweise von Zypressen eingesäumte Landstraße führt uns durch ein paar kleine Dörfer bis hin nach Polirina; unser Auto lassen wir in Gesellschaft von weiteren Fahrzeugen am Ortseingang stehen.

Ein wenig Geschichte

An dieser Stelle einige erläuternde Worte über Polirinia. Hier erlebt man ein seltenes Wohnbeispiel; hellinistische Stadtmauerreste und römische Zisternen, antike Grabstätten und zeitgenössische Häuser … mindestens 4 Epochen leben im friedlichen Einklang miteinander; als Baumaterialien für die „Kirche der 99 Heiligen“ sowohl auch für einige der Häuser dienten Bausteine, Marmor und Säulen aus antiken Zeiten.

Polirinia, ca. 1100 v.Chr. erbaut, entwickelte sich zur zweitmächtigsten Stadt Westkretas (nach dem antiken Kydonia, heute Chania genannt) und verfügte sogar über eigene Münzen. Auch König Agamemnon soll hier der Göttin Dyktina Artemis nach seinem Feldzug in Troya ein Opfer dargebracht haben.

Spaziergang durch PolyriniaAutotour Polirinia und Falasarna Strände plus antike Stätte
Das heutige Dorf zählt ca. 100 Seelen. Auf unserem Weg zur Akropolis treffen wir im „Old Kafenion“ auf Jane, eine Engländerin, die wie sie sagt seit 9 Jahren hier lebt, das Kafenion betreibt, auch eine bisschen landwirtschaftet und sich über jeden Besuch freut. Noch weiter die Anhöhe hinauf hören wir plötzlich Männerstimmen und Musik, und schon sehen wir 2 gefüllte Schnapsgläser auf uns zukommen. Jorgos, der Olivenholz Schnitzer, lädt uns zum Verweilen ein, wir nehmen sein Angebot dankend an, Yamas (Prost), die Tsikoudia läuft sanft den Hals hinunter, und die geschnittenen Tomaten aus seinem Garten schmecken prima.
Schnell fangen wir an unser Leben zu philosophieren, er sagt durch seine Tätigkeit mit dem Olivenholz hat er das Gefühl, er hinterläßt der Welt etwas Bleibendes. Ja das stimmt, und als wir schweren Herzens aufstehen, steckt er uns einen handgeschnitzten Salatlöffel in die Tasche. Efcharistoume para poli (vielen herzlichen Dank), bis zum nächsten Mal; und auf geht’s, dem antiken Fußpfad entlang zur Akropolis auf der Bergspitze über uns. Die erbarmungslose Mittagssonne (oder vielleicht auch der Schnaps ?) spielt uns einen Streich, an der „Kirche der 99 Heiligen“ angelangt genießen wir den herrlichen Ausblick und drehen wieder um … die Akropolis heben wir uns für den nächsten Besuch auf.
 Weiter geht es Richtung Westen nach Falasarna
Am praktischsten wäre ja nun eine Abkürzung durch die Berge bis zu den Sandstränden von Falasarna, aber da für gewöhlich die Landstraßen nur für die Einheimischen gedacht und daher schlecht oder gar nicht beschildert sind, verzichten wir gerne auf dieses Abenteuer. Zurück geht es nach Kissamos, und weiter Richtung Westen, vorbei am Fischerhafen mit seinen Fischtavernen, vorbei auch am Hafen für die Ausflugsboote zur Insel Gramvoussa und der paradiesischen Bucht von Balos, durch den kleinen Ort Platanos und rechts ab nach Falasarna. Hier war ich sicher schon unzählige Male, aber jedesmal wenn sich nach der Anhöhe das Tal weit unten vor mir ausbreitet, entspanne ich mich plötzlich, das Auto rollt fast alleine hinab, das recht weit entfernte Inselchen Pontikonissi liegt heute gestochen scharf vor uns, und sogar die Insel Antikythira zum Peloponnes hin ist gut zu erkennen; ein seltener Anblick.

Autotour: Dorf und antikes Polirinia, die Strände und das antike Falasarna

Der antike Rednerpult auf dem Holperweg hin zum antiken Falasarna.

 Falasarna: Im Hafen der Nymphe Falasarni

Benannt nach der Nymphe Falasarni, war die Gegend natürlich in der Antike nicht für seine Strände berühmt, aber für seinen künstlichen Kanal, der den Schiffen einen sicheren Ankerplatz gewährte und die Stadt zur Seemacht werden ließ. Auch zahlreiche Piratenschiffe fanden hier ungestörten Zuschlupf; um letzteres zu verhindern, zerstörten die Römer im Jahre 69 v.Chr. die Stadt, blockierten auch den Hafeneingang und besiegelten so deren Untergang. Zudem kamen 365 n.Chr. die unter der Insel gelegenen tektonischen Platten in Bewegung und Kreta wurde durch ein schweres Erdbeben erschüttert. Westkreta erhob sich bis zu 9m aus dem Meer, die Hafenanlage von Falaasarna befand sich auf dem trockenen ….. die verbliebenen Einwohner der einstmal berühmten Hafenstadt verließen die Gegend.

Wir fahren an den Stränden vorbei und folgen der Staubstraße bis hin zu dem einem großen Thron ähnelnden Stein, dieser soll als Podium gedient haben, und halten nach weiteren 100 Metern am Haupteingang der archäologischen Stätte an. Seit 2 Jahren schreiten die Ausgrabungen in zügigen Schritten voran, und bei jedem Besuch gibt es hier etwas Neues zu bewundern. Und ist es nicht immer wieder ein Erlebnis, auf der selben Erde wie unsere Vorfahren aus antiken Zeiten zu wandeln ? Wir spazieren durch die trockenliegenden ehemaligen Hafenanlagen, liebevoll mit Steinen gerahmte Wege führen uns von einer Ausgrabung zur anderen. Eine Führung gibt es hier nicht, die Phantasie hat freien Lauf.

Autotour Polirinia und Falasarna Strände plus antike Stätte

Von den 3 Hauptstränden in Falasarna ist dieser der Größte

… und das wohlverdiente Badevergnügen

Leicht erschöpft schauen wir uns an, ein Kopfnicken reicht, und in 10 Minuten parken wir über der mittleren Badebucht von Falasarna. Nicht zu unrecht wurden die hiesigen Strände schon mehrmals als die besten Griechenlands gewählt, auch der CNN hat sie 2013 unter den 100 schönsten Stränden der Welt gelistet. Kristallklares türkisfarbenes Gewässer, immer kühl, feiner und teilweise mit Korallenstaub rosa gefärbter Sand, die mächtigen Berge an der Nordseite und zu guter Letzt ein oftmals berauschender Sonnenuntergang … ich denke mal das hört sich super an, oder ?

Nützliche Informationen

  • Auch für den Winter ist dies ein schöner Ausflug, den Badeaufenthalt kann man durch einen herrlichen Spaziergang dem Strand entlang ersetzen, Muschelsammler kommen hierbei auf ihre Kosten.
  • Bei starkem Westwind ist vom Βaden in Falasarna abzuraten. Der feine Sand wird vom Wind hochgehoben und landet wie Nadeln auf der Haut.

Hinweis: wir empfehlen die Rückfahrt nach Chania wieder über die Nationalstraße oder von Kolympari aus über die Küstenstraße. Die alte Nationalstraße von Kissamos bis Kolympari empfehlen wir nicht; sie ist vollkommen verlassen und teilweise zugewachsen.

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