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Das Kloster Chrysoskalitissa mit seiner goldenen Stufe

Das Kloster Chrysoskalitissa mit seiner goldenen Stufe
Seinen Namen erhielt das Kloster der Legende nach von der letzten der 98 Stufen, die damals bis zum Kircheneingang führten; diese soll aus puren Gold gewesen sein.

Das Heilige Kloster der Panagia Chrysoskalitissa liegt 72 km von Chania

entfernt am südwestlichsten Küstenzipfel Kretas, 5km nördlich des exotischen Strandes von Elafonisi. Seine Bauweise ähnelt eher einer Burg, thronend auf einem 35m hohen Felsen mit uneingeschränkten Blick auf Land und See.

Es gibt keine schriftlichen Hinweis für den zeitlichen Beginn der Verehrung der Örtlichkeit Chrysoskalitissa. Die Überlieferung besagt, dass sie mit dem Fund der Ikone der Jungfrau Maria in einer Nische des Felsens begann; wahrscheinlich lag sie hier seit dem byzantinischen Bilderstreit von 726 bis 842 n.Chr. versteckt. Andere sagen, dass ein Bauer in den Abendstunden eine Kerzenflamme an dieser Stelle leuchten sah.
In noch älteren Zeiten gab es hier in einer Felsenhöhle eine Kirche der Mariä Himmelfahrt geweiht, und auf der Spitze des Felsens ein der Heiligen Dreifaltigkeit geweihtes Heiligtum.

Im Laufe der Zeit wurde der Bau einer größeren Kirche beschlossen und sie sollte der Einfachheit halber am Fuße des Felsens erstellt werden. Doch sowie man die Ikone in die neue Kirche trug, verschwand diese under mysteriösen Umständen und tauchte an ihrer ursprünglichen Fundstelle wieder auf. Dies wurde als der Wille der Jungfrau Maria angesehen, und so erbaute man die Kirche letztendlich an ihrer heutigen Stelle auf dem Felsen.

Der Name Chrysoskalitissa (goldene Stufe)

Seinen Namen erhielt das Kloster der Legende nach von der letzten der 98 Stufen, die damals bis zum Kircheneingang führten; diese soll aus puren Gold gewesen sein.

In den ersten Jahren der osmanischen Herrschaft war der Patriarch gezwungen, die Ländereien des Klosters sowie die goldene Stufe zu verkaufen, um die schweren Steuern des Sultans gerecht zu werden, anschließend wurde das Kloster dann aufgegeben.
Am Ostersonntag 1824 fand das große Massaker in Elafonisi statt, wo 600 Griechen von den Osmanen getötet wurden. Auch das verlassenen Kloster Chrysoskalitissa wollten sie zerstören, wurden aber von einem riesigen Bienenschwarm, der sich aus der Felsnische heraus über die Osmanen stürzte, davon abgehalten.

Das Kloster Chrysoskalitissa lebt wieder auf

Im Jahr 1855 zog der Mönch Manassis Karagiannakis aus Sfakia in des Kloster Chrysoskalitissa ein. Mit Hilfe von gefundenen Zeichnungen begann er die Renovierung der Ruinen und wandelte diese in neue Gebäude um. Nach ein paar Jahren kam Emmanuel Kalitsounakis von Tzitzifes zu dem Kloster. Er wurde zum Mönch geweiht und nahm den Namen Meletios an. Manassis brachte unterdessen eine Silberikone der Jungfrau Maria aus Izmir, und als er 1866 starb, hinterließ er ein kleines Vermögen.

Der Bau der heutigen Kirche

Während seiner Zeit wurde die alte Kirche zerstört und der Fels abgeschlagen, um hier Platz für den Bau der neuen Kirche zu schaffen, die wir heute sehen. Ihr Bau begann am 9. Mai 1894 und endete am 10. August des selben Jahres. Die Einweihung fand am Tag der Mariä Himmelfahrt (15. August) statt.
1897 übernahm Gregoris Plokamakis für mehr als ein halbes Jahrhundert die Führung des Klosters; Kazantzakis erwähnte ihn in seinem Werk Bericht an Greco.

Die Fortsetzung des Klosters bis heute als Nonnenkloster

Im Jahr 1900 wurde das Kloster Chrysoskalitissa zusammen mit anderen Klöster in Kreta aufgelöst und als Nonnenkloster 1940 wieder eröffnet. Nach der Eroberung Kretas durch die Deutschen wurde das Kloster von 1943 bis zum 27. Januar 1944 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Seit deren Abzug verläuft das Leben kontinuierlich und friedlich dank der freundlichen und aktiven Nonnen, die diesen heiligen Wallfahrtsort mit viel Liebe lebendig erhalten.

(Quelle: Holy Metropolis of Kisamos & Selinon)

  • Nach dem Besuch des Klosters Chrysoskalitissa steht selbstverständlich ein Badeaufenthalt an den Stränden von Elafonisi auf dem Programm, die ja gleich „um die Ecke“ liegen.
  • Auch ein Besuch der nahe gelegenen einzigartigen Strände von Kedrodasos ist natürlich möglich.

Nützliche Informationen

Öffnungszeiten (Stand Juni 2017): täglich von 07.00 bis 19.30 Uhr

Eintritt: 2 €

 

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