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Minoische Siedlung Palaikastro (Roussolakos)

Minoische Siedlung Roussolakos bei Palaikastro
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An der nordöstlichen Küste Kretas liegen die Ruinen einer minoischen Siedlung, die während der späten minoischen Zeit 1550-1220 v.Chr. erblühte: Palekastro oder Palaikastro, und auf Grund der roten Erde, die in der ganzen Gegend zu sehen ist, auch Roussolakos (rosso = rot) genannt.

An der gleichen Stelle wurden auch gut erhaltenen Reste der frühen und mittleren minoischen Periode 3000-1550 v.Chr., meist Friedhöfe mit gut gebauten Gebeinhäusern, und die Ruinen größerer Häuser gefunden. Die Stadt wurde zur gleichen Zeit mit Zakros aufgegeben (1450 vor Christus), um während der späten Minoischen Periode 1300-1200 v.Chr. wieder besiedelt zu werden. Sie bedeckt eine Fläche von mehr als 50.000 m² und war war dicht besiedelt, aber nicht mit Mauern umgeben.

Im Nord-Osten liegt das Heiligtum des Zeus Diktaian, das administrativ zur Stadt Itanos gehörte. Kultpraxis wurde kontinuierlich von geometrischer Zeit (8. Jahrhundert vor Christus) bis zur römischen Eroberung ausgeführt. Es scheint, dass das Heiligtum am Ende des 4. Jahrhunderts n.Chr. von fanatischen Christen zerstört und geplündert wurde.

Die Stätte der minoischen Siedlung wurde im Jahre 1906 von R.C. Bosanquet und von R.M. Dawkins, beide Mitglieder der Britischen Schule für Archäologie in Athen, ausgegraben. Die ans Tageslicht gekommenen Bereiche der Siedlung erlitten im Zweiten Weltkrieg schwere Zerstörungen und viel später leider auch durch eine Ausgrabmaschine. In 1965-1966 wurden weitere Ausgrabungen in einem Teil der Siedlung und auf dem benachbarten Hügel von Kastri durchgeführt. Im Jahr 1986 nahm die Britische Schule die Ausgrabungen wieder auf und diese sind heute noch im Gange.

 

Palaikastro – wichtigste Gebäude

  • Eine zentrale Straße die durch die Wohnbereich führt, von größeren und kleineren Pflasterstraßen gekreuzt, trennt die Siedlung in neun Sektoren. Ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem durchlief alle Bereiche der Stadt, die Häuser entlang der Hauptstraße verfügten über imposante Fassaden.
  • Sektor B. Er umfasst fünf Häuser mit Außenwänden aus großen Blöcken, während die Innenwände aus Lehmziegeln gebaut waren. Die Schwellen, die Fußböden und die Säulenbasen wurden von einer besonderen Art von Kalkstein, von Kavo Sidero gebracht, hergestellt. Eines der Häuser besaß Küchen, eine lustral Becken, einen Brunnen, einen innneren Schrein, ein Öl-Lager, ein Bad und eine Empfangshalle, die später in kleinere Einheiten unterteilt und in Lagerräume umgewandelt wurde. Interessant im selben Sektor ist die Installation einer Olivenpresse, und die für die Lagerung von Öl benutzten Pithoi (Vorratsgefäße aus Ton, oft mannshoch).
  • Sektor D. Es ist die größte (1.800 m²) und besteht aus vielen Häusern, von denen das wichtigste ein “Megaron” mit Lichttunnel ist, wie auch das Haupthaus des Sektors B. Ebenfalls erhalten ist ein Kanal, der das Regenwasser aus dem offenen Innenhof auf die Straße leitete.
  • Sektor C. Das größte Haus des Sektors verfügte über eine luxuriöse Fassade aus großen Quadersteinen, einen zweiten Eingang, ein “Megaron” mit Lichttunnel, ein Bad und eine Werkstatt. Viele der gefundenen Vasen zeigen ägyptische Einfluss in ihrer Dekoration. Die Häuser scheinen, wie auch in anderen Sektoren, durch Feuer zerstört worden sein.
  • Sektor E. Er besteht aus mindestens vier Häusern, von denen einige auf früheren Fundamenten errichtet sind; es ist bemerkenswert, dass eines dieser Häuser schon in historischen Zeiten bewohnt wurde. Im gleichen Sektor wurde auch eine Weinpresse gefunden.
  • Das Heiligtum von Diktaion Zeus liegt im Nordosten des Sektor X, im Inneren der Grundmauern eines Hauses. Eine in viele Stücke zerbrochene Inschrift mit einer Hymne an Zeus Diktaion wurde in der Umgebung entdeckt. Von dem Tempel sind nur die äußere Zone und der Altar in seinem Inneren erhalten. Antefixe in Form von Löwenköpfen wurden in der gleichen Gegend gefunden.

Der Kouros von Palaikastro

Der Kouros von Palaikastro im Archäologischen Museum Sitia
Der Kouros von Palaikastro im archäologischen Museum Sitia.

Die Funde aus Palaikastro sind im  archäologischen Museum von Sitia ausgestellt. Unter ihnen nimmt der sogenannte Kouros von Palaikastro eine ganz besondere Stelle ein.

Meine Empfehlung: Kombiniert den Besuch in Petras mit der Autotour östliches Lassithi – von Sitia zum Kloster Kapsa

Nützliche Informationen (Stand April 2016) :

Öffnungszeiten: das ganze Jahr hindurch täglich außer Montags von 08.00-15.00 Uhr, an Feiertagen geschlossen.

Eintritt : 2 €, reduzierter Eintrittspreis 1 €. Oder: Einheitliches Ticket (6 in 1), voller Preis 7€, verminderter Eintrittspreis 4€, Ticket ist gültig für 5 aufeinander folgende Tage für die folgenden archäologischen Stätten und Museen: Archäologisches Museum Sitia, Kazarma Festung in Sitia, Archäologische Stätte Petras, Archäologische Stätte Itanos, Archäologische Stätte Palaikastro, Archäologische Sammlung Ierapetra. Weitere Infos zum Thema Eintrittspreise in Eintrittspreise in staatlichen Museen und archäologische Stätten Griechenlands – Allgemeine Informationen

Anmerkung : Es gibt weder ein WC noch Erfrischungsgetränke vor Ort.