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Autotour zur Nida Hochebene – Sfendoni Tropfsteinhöhle, Bergdorf Anogia, Ideon Andron Grotte

 

Die Höhle, in der Zeus aufwuchs, Ideon Andron. Die Nida Hochebene. Fantastisches Landschaftsbild, einzigartige wilde und karge Schönheit der Natur unterwegs von Anogia bis hierher, wie ich es auf der ganzen Insel noch nicht gesehen habe.

Sehenswertes unterwegs:

  • Tropfsteinhöhle Sfendoni
  • Dorf Anogia
  • Kumos Unterkünfte
  • (Abstecher zum Friedens Partisan)
  • Höhle Ideon Andron
  • (Abstecher zur  Sternwarte SkInakas)

Kilometer:
von/ bis Rethymnon 83 km, von/ bis Heraklion 74 km, plus der Umweg zur Sternwarte auf dem Berg Skinaka zusätzlich 7 km hin/zurück
Auf- / Abstieg zur/von Höhle Ideon Andron: 40 Min. zu Fuß (einfacher Weg 580m) / 15. Min mit Fahrzeug

Dauer der gesamtenTour:
8 gemütliche Stunden, sowohl von Rethymnon als auch von Heraklion aus.

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Wir beginnen die Tour mit einem Besuch der Tropfsteinhöhle in Zoniana

In Zoniana liegt die wunderschöne Sfendoni-Höhle, Sfendoni Tropfsteinhöhle in Zoniana Kretawo Stalaktiten und Stalagmiten in verschiedenen Farbnuancen eine psychedelische Atmosphäre ergeben; die “natürliche Klimaanlage” der Höhle hält das Thermostat konsequent bei 16-17 Grad; daher wurde die erste Kammer der Höhle, gleich hinter dem Eingang, von den örtlichen Schäfern in vergangenen Zeiten als Lagerhalle für Ihre Käseproduktion genutzt.

Im Dorf Zoniana

Wir wollten eigentlich, so wie es auf der Landkarte eingezeichnet ist, die Landstraße wie folgt nehmen: Zoniana-Ideon Andron-Anogia. Nachdem wir bei den Einheimischen nachfragten, ist dies aber nicht möglich, die Straße sei teilweise in schlimmen Zustand. Wir raten zuerst das Bergdorf Anogia aufzusuchen und anschließend die Grotte Ideon Andron.

Zoniana aber ist bekannt für seine Freiheitskämpfer, die durch Jahrhunderte hinweg in verschieden Kämpfen ihr Leben opferten. Wo immer in Griechenland das Vaterland in Nöten war, im Balkankrieg oder auf dem Peloponnes, die Männer von Zoniana standen zur Hilfe bereit; ein stolzes und freiheitliebendes Volk. Der Ort selbst ist ein typisch kretisches Bergdorf mit 1500 Seelen, die fast alle mit Landwirtschaft beschäftigt sind.

Jedes Jahr im August wird hier das Käse-Fest mit einheimischen Käsesorten, lokalen Tanzgruppen, Musikern und Essgelagen gefeiert. Das ist sicher einen Besuch wert.

Anogia, das Dorf der Musikerfamilie Xilouris

Recht schnell sind wir in Anogia, das Griechenlandweit bekannt ist auf Grund seiner musikalischen Tradition. Aus Anogia stammt die Xilouris Familie, deren Mitglieder fast allesamt der Musik und der Lyra verschrieben sind. Ihr größter Name war Níkos Xilouris (1936-1980), dessen freiheitsliebender Charakter und prachtvolle Stimme ein Symbol für das ganze Land geworden sind. Sein Bruder Antonis, auch Psarantonis genannt, mit seiner rauchigen Stimme, bereist heute mit der Familie die ganze Welt, um die kretische Musik global zu vermitteln.
Anogia ist einen Spaziergang wert, und in dem Konditor auf dem Dorfplatz gibt es einen wunderbaren Galaktoboureko (Grieskuchen in Sirup).

Von Anogia zur Nida Hochebene

Nach Anogia fahren wir dann in die Bergwelt. Ich komme mir vor wie auf einem anderen Planeten, die Vegetation besteht aus knorrigen Bäumen und niedrigen stacheligen Büschen, hie und da stoßen wir auf einen “Kumos”, teilweise sieht man es ihnen an, daß sie noch benutzt werden.

Definition von Kumos: ein höchstens 2m hohes rundes steinernes Gebäude, welches als Lager dient oder dem Schäfer als Übernachtungsort, gewöhlich liegt er neben einem offenen Stall; schon seit byzantinischen Zeiten bekannt.

Wir wandern auch ein wenig durch die steinige und einsame Gegend. Wie muß es sein, hier oben die Schafe zu weiden, hier oben in einem Kúmos zu übernachten? Hier ist ein jeder mit Gott alleine. Was haben die Gesetze, die in Athen erlassen werden, mit dem Leben in diesen Bergen zu tun?

  • Abstecher zur Skinakas Sternwarte Wer Lust auf einen weiten Ausblick über die Berge hat, kann sich auf den Abstecher zur Sternwarte Skinakas begeben, ca. 18km nach Anogia zeigt ein Schild nach links: Skinakas (Sternwarte)

Jetzt breitet sich die Nida Hochebene (1350m Höhenlage) vor unseren Augen aus. Im Gegensatz zu den anderen Hochebenen Kretas wächst hier außer spärlichem Gras nichts, im Sommer dient die Hochebene als Weidegebiet.

Der Partisan des Friedens (Andartis Monument), ein Werk der Karina Raeck

Photos von Olaf Tausch und AWI. Vielen Dank!

Im östlichen Teil der Nida Hochebene  liegt ein Friedensdenkmal, 1991 erschaffen von der Berliner Künstlerin und Landschaftskünstlerin Karina Raeck, der “Andartis tis irinis” oder “Friedens-Partisan” genannt. Karina Raeck trug hier mit den örtlichen Einwohnern insgesamt 5000 Steine zusammen, die Partisanen wärend des 2. Weltkrieges auf der Ebene ausgebreitet hatten, um das Landen der Wehrmachtflugzeuge zu verhindern.

Der Partisan ist 32 m lang und 9 m breit; seine Kosten von 15.000 DM wurden ausschließlich vom Deutschen Ministerium für Tourismus getragen, denn, so sagte Karina Raeck, “die Griechen sollen noch nicht mal 1 Drachme für dieses Werk bezahlen. Jede Mark ihrer Landsleute sei eine Entschuldigung und stehe für die Wiederherstellung der Freundschaft der beiden Völker”. Seit 1991 liegt der Friedenspartisan auf der kretischen Erde, unter Regen, Wind und Sonne, und erinnert uns alle an eins: nie wieder Krieg.
Selbst wenn man den Weg bis hierher findet, ist der Partisane kaum zu erkennen, da er mit Büschen und Gräsern zugewachsen ist.

Der Eingang zur Ideon Andron Höhle

Ideon Andron Grotte – hier zog Rhea ihren Sohn Zeus groß

Wir fahren immer gerade aus und kommen zu einer Taverne an der Westseite der Nida Hochebene. Man kann das Fahrzeug hier abstellen und zu Fuß 580 m den Hügel hinaufgehen, der Pfad ist durch rote Farbe an den Felsen gekennzeichnet. Man kann auch mit viel Vorsicht direkt über einen holperigen, steinigen Weg bis zu einem Parkplatz kurz vor dem Höhleneingang fahren. Vor dem Aufstieg lese ich auf einem Info-Schild, das in dieser Gegend noch einige Exemplare der kretischen Wildkatze Felix Silvestris leben; gesehen haben wir sie natürlich nicht.

Hinweis: Natürlich kann man diese Tour auch im Winter unternehmen. Bitte bedenken, daß es ab November auch hier in den Bergen schon recht früh diesig und dunkel wird.

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