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Minoischer Palast Knossos – Kretas berühmtestes Bauwerk

der Minoische Palast von Knossos - Kretas berühmtestes Bauwerk
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Der Besuch einer archäologischen Stätte wie Knossos ist eine Zeitreise, eine mehrstündige Flucht aus der Realität, ein ehrfürchtiges Wandeln auf den Spuren von Königen und Weisen.

Auch die Ausgrabungsstätte von Knossos bildet hier keine Ausnahme. Sowie man die Ticketkontrolle passiert, betritt man eine 8000 Jahre alte und fast kontinuierlich bewohnte Stätte, eigentlich kaum zu erfassen.

Während meiner vielen Jahre auf Kreta war ich sicher schon weitere 10 mal hier, doch jedes Mal ist es anders. Was gleich bleibt: mein negativer Eindruck von der teilweise zementschweren Restaurierung der ehrwürdigen Gemäuer, die schon mit der Anregung des Sir Arthur Evans begann und heute fortgestzt wird. Dieses so unminoische Baumaterial verschlingt leider den Zauber vergangener Zeiten. Trotzdem natürlich verhilft dies, einen realistischeren Eindruck der Bauwerke zu erhalten.

Ein paar Worte zur Geschichte

Der Überlieferung entsprechend war der Palast der Sitz von König Minos und somit die Hauptstadt seines Staates. Ebenfalls ist der Palast von Knossos mit den weithin bekannten Mythen des Labyrinth des Minotaurus und des Daidalos und Ikaros verbunden.

Die Stadt erlangte ihre Blühtezeit unter minoischer Herrschaft in den Jahren 2000 – 1350 v. Chr. als wichtigstes besiedeltes Zentrum von Kreta.

Sie war ohne Unterlass seit 7000 v.Chr. bis zur Römerzeit besiedelt; viele hier gefundenen Steinwerkzeuge der Jungsteinzeit erzählen von einem technologisch entwickelten Landleben, auch die Siedlung selbst organisierte sich immer mehr und besser. In dieser Zeit verwandelten sich die Bewohner von einfachen Nahrungs-Sammlern in Produzenten als Bauern und Hirten.

  • Die Bevölkerung der Siedlung am Ende der späten Jungsteinzeit wird immerhin auf 1.000 – 2.000 Einwohner geschätzt.
  • Texte aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. bezeichnen die Population von Knossos als besonders intensiv; der ersten Palast stammte aus dem 19. bis 17. Jhd.v.Chr., der zweite aus dem 16. bis 14. Jhd.v.Chr.
    der Minoische Palast von Knossos

    Digitale Rekonstruktion des Palastes

  • Die Paläste wurden auf dem heutigen Kefala Hügel erbaut, mit Blick auf die Ebenen und mit Zugang zum Meer, während wichtige Siedlungen um sie herum entwickelt wurden.
  • Um 1700 v. Chr. zerstörte ein schweres Erdbeben Knossos, was anschließend zu großformatigen Arbeiten in der Stadt und dem Palast führte. Die Stadt von Knossos wurde in einem großräumigeren Gebiet entwickelt und seine Bevölkerung wurde von Evans auf rund 80.000 Personen geschätzt.
  • 1450 v. Chr. nach einer weiteren teilweisen Zerstörung von Knossos, besiedelten die Mykener die Stadt, ohne jedoch den Wiederaufbau des Palastes vorzunehmen.
  • Knossos erlebte nochmals großen Wohlstand während der hellenistischen Zeit.
  • 67 v. Chr. Eroberte Quintus Caecilius Metellus Creticus Knossos und gründete eine römische Kolonie mit dem Namen Colonia Julia Nobilis. Die Villa des Dionysos, mit wundervollen Mosaiken, stammt aus dieser Zeit.
  • In der byzantinischen Zeiten war Knossos der Sitz des Bischofs. Nach der arabischen Eroberung von Kreta gewann der Hafen von Heraklion nach und nach größere Bedeutung, während Knossos in Vergessenheit geriet und es wurde lediglich eine kleine Siedlung auf den römischen Ruinen erbaut.
Die Ausgrabungen
Der minoische Palast von Knossos

Sir Arthur Evans mit dem Stierkopf Rhyton

  • Die archäologische Stätte wurde 1878 von Minos Kalokairinos, einem reichen Händler und Hobby-Archäologen aus Heraklion, entdeckt;
  • Arthur Evans begann im Jahr 1900 mit systematischen Ausgrabungen, die sich bis 1931 (Entdeckung des Palastes, ein Großteil der minoischen Stadt und den Friedhöfen) fortsetzten.

(Quelle: visitgreece.gr)

 

Nützliche Informationen  (Stand April 2016)

Öffnungszeiten : im Sommer (01.04.-31.10.) 08.00 bis Sonnenuntergang täglich / im Winter (01.11.-31.03.) 08.00-17.00 Uhr täglich außer gesetzlichen Feiertagen.

Eintrittspreise:
Voller Preis 15€, vermindeter Preis 8€ pro Person. Einheitliches Ticket für Knossos & Archäologisches Museum Heraklion, gültig für 3 Tag: 16€, verminderter Preis 8€.   Weiteres über Eintrittspreisbestimmungen in  Eintrittspreise in Museen und archäologische Stätten Griechenlands – Allgemeine Informationen.

Anfahrt mit dem Linienbus von Heraklion:
Die archäologische Stätte ist prima mit dem Linienbus von Heraklion aus zu erreichen. Fahrzeiten alle 20min., Ticketpreis 1,50€ Einfachfahrt.
Fahrt Heraklion-Knossos: Abfahrt von KTEL Busbahnhof am Hafen, hält anschließend auch vor dem Astoria Hotel am Eleftheria Platz.
Fahrt Knossos-Heraklion: Abfahrt direkt vor der archäologischen Stätte auf der Hauptverkehrsstraße, der Bus hält wieder auf dem Eleftheria Platz in Heraklion und fährt anschließend hinunter zum Hafen.
Fahrzeit: ca. 15-20 Min.

Unser Tipp:
je früher am Tag man Knossos betritt, desto besser. Spätestens um 10.00 Uhr stehen die Kreuzfahrt-Ausflugsbusse vor dem Eingang.
Wer am Spätnachmittag Knossos besuchen will, kann somit auch dem Besucheransturm aus dem Weg gehen.

 

Der Grundriss der archäologischen Stätte des minoischen Palastes von Knossos mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Hier den Grundriss ausdrucken  

Grundriss Knossos

 

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